Immer an der Grenze und ewig auf der Suche - so ließe sich das Lebensgefühl des charismatischen Trompeters umschreiben. Wobei ihm Grenzerfahrung und Suche bereits in die Wiege gelegt wurden: Geboren in einer der zerklüftetsten Gegenden des Hotzenwaldes lernte er früh, was es bedeutet, beschwerliche Wege zu gehen. Mit der Kindheit begann für dell´Bosco (der Beiname geht auf seine Vorfahren zurück) eine unaufhaltsame Reise über ungezählte Grenzen hinweg - Beginn und Ausdruck seiner Suche nach einer neuen Heimat, die ihn kreuz und quer durch West- und Osteuropa führte, mit Aufenthalten in der Schweiz, Frankreich und Nordirland. Tourneen und Festivalbesuche schließlich führten ihn in entlegene Gegenden wie Québec, Irland und den Iran, nur zeitweise unterbrochen von einem längeren Meditationsaufenthalt in Indien.

Das Leben an der Grenze und die Suche nach neuen Wegen finden sich auch in dell´Boscos einzigartig virtuosem und doch fremdartigen Trompetenspiel wieder, versinnbildlicht in Form unendlich dichter und komplexer Klangmetaphern, die ständig zwischen westlicher Harmonielehre und fernöstlich inspirierten Vierteltonskalen sowie unerklärlichen Bluenotes oszillieren. 1997 fand dell´Bosco zumindest eine ideelle Bleibe bei den musikalischen Nomaden um Skurilli. Seither verleiht er dem phantasmagorischen Klanguniversum von Skurilli eine einzigartig schwebende, gleichsam spektrale Tiefe, in welcher der Zuhörer sich unaufhörlich verliert, ohne sich dabei aufzugeben.

Hotze dell´Bosco - ein Suchender nach einem Weg, der breiter ist als die ausgetretenen Pfade des Mainstream.

Lee KATZ

 


<<< Skurilli Biographien